Liebe Studierende
Mit grossen Interesse habe ich Ihre oftmals gehaltvollen und informativen Beiträge gelesen! Ich werde chronologisch dazu kurz Stellung nehmen:
Woche 1
Der Footprint wurde von Ihnen als ein sehr anschaulich und einfach zu bedienendes Tool bewertet. Trotzdem schaffen es die durchschnittlich 2.3 verbrauchten Erden nicht, mehr als nur Erschrecken zu provozieren. Den meisten von Ihnen ist bewusst, dass das grösste Sparpotenzial im Wohnen, genauer gesagt im Heizen liegt. Leider stimmt es, dass Änderungen in diesem Sektor mit (meist) grossem finanziellem Aufwand verbunden sind. Dennoch kann jede/r mitsparen helfen, auch bei einer Ölheizung und einer konventionellen Warmwassererzeugung! Zum Beispiel durch kurzes, komplettes Öffnen der Fenster zwecks Lüftung, anstelle von halbtägig gekippten Fenstern, Reduzierung der Raumtemperatur um 1-2 Grad und dafür einen etwas dickeren Pulli, Abstellen des Duschwassers während des Einseifens, ... Übrigens, eine voll beladene Geschirrspülmaschine der Klasse A spart ca. 70% des Wasserverbrauchs und ca.55 % des Energieverbrauchs gegenüber dem Spülen von Hand (siehe http://www.oekotopten.lu/index.php?page=wasch).
Woche 2
Mir fiel oftmals geäusserte Hilflosigkeit (offen oder zwischen den Zeilen) auf, bezüglich der Klimaerwärmung. Sie sagen, es müsse "von oben" "unbedingt reagiert" werden – das ist in jeder Hinsicht ein passiver Satz. Ich verstehe dies zwar, aber möchte Ihnen mit einem Zitat antworten: "The only thing necessery for the triumph of evil is for good men to do nothing" (Edmund Burke, 1729-1797, Schriftsteller, Politiker und Philosoph). Oder anders gesagt, wenn wir alle wegschauen, kommt die Katastrophe garantiert.
Zum Thema Glühbirne einige Erläuterungen:
Auszug aus dem Faktenblatt 5 Bundesamt für Energie BFE 21.2.2008:
„… Marktzulassung nur noch für Klassen A –E bis 2012. Daraus leitet sich das Verbot der Energieklassen F und G für Leuchtmittel ab.
… Das Verbot der Energieklassen F und G ist die erste Stufe von Verordnungen…
Die zweite Stufe wird das Verbot der Glühlampen der Energieklasse E sein.
Die Übergangsfrist startet am 1.1.2010. Die Verordnung ist per 1.1.2012 zu erwarten.
Die Energieklasse E beinhaltet alle Standardglühlampen (z.B. 60W matt und klar).“
http://www.osram.ch/osram_ch/DE/Events_Aktivitaeten/Gluehlampenverbot/pdf_/Gluehlampenverbot_Schweiz.pdf
http://www.slg.ch/pdf/AllgInfo_MALampen_0812171.pdf
Sie haben mehrfach von „Abfallglühlampen“ geschrieben – dasselbe Paradoxon zeigt sich im Aufruf, alte Fahrzeuge „abzugeben“ und dafür vergünstigt einen sparsameren Neuwagen zu erwerben (Verschrottungsprämie, wie sie die BRD zahlt). Da die benötigte Energie, um ein Auto herzustellen, zwischen 12’800 und 25’600 Liter Öl beträgt, ist dieser „Tausch“-Ansatz aus nachhaltiger, ökologischer Sicht völlig irrsinnig.
Woche 3
Ich teile Ihre Meinungen, wonach Schokolade/Bananen/(Kaffee) hervorragende Themen sind, um den Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Nachhaltigkeit mittels eines ihnen vertrauten Lebensmittels zu ermöglichen. In einem der Kommentare habe ich gelesen, dass sich betreffende Schreiberin fragte, warum diese Produkte so billig sind. Die Gründe hierfür sind:
- sehr günstiger Treibstoff, daher fast kostenloser Transport/Banane/kg Kaffee, ..
- ausbeutende Löhne
- riesige Anbauflächen (grosse Mengen sind immer günstiger in Produktion und Verarbeitung) vgl. zur Schweiz
- grosse Konkurrenz und Abhängigkeit von den Konsumländern, da oft ganze Wirtschaft auf wenige Exportgüter gestützt ist.
Ich freue mich auf Ihre nächsten Beiträge!
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